Verfahrenskosten


KFZ Gutachter Frankfurt am Main

 

Sachverständigenkosten

 

Vorzeitiger Zahlungsverkehr, Haftungskonstellationen und Rückabtretung:

  • Der vorzeitige Zahlungsverkehr wird durch eine Abrechnungsstelle für Sachverständige mittels Abtretungserklärung abgewickelt. Hierdurch wird der geschädigte Anspruchssteller (Auftraggeber) nicht weiterhin durch eine vorzeitige Anzahlung oder Vorauszahlung zusätzlich belastet.
  • Nach höchstrichterlicher Rechtsprechung gemäß § 249 BGB werden die Sachverständigenkosten für ein Kfz-Gutachten sowie Kfz-Kurzgutachten (erweiterter Kfz-Kostenvoranschlag) bei Bagatellschäden gemäß BGH VI ZR 365/03 von der gegnerischen Versicherung übernommen und an die Abrechnungsstelle für Sachverständige gezahlt, sofern von Ihnen keine Verschuldung (eine eindeutige Haftung) ausgeht. 
  • Falls ein Mitverschulden vorliegt, erfolgt eine Haftungsquotelung und die gegnerische Versicherung übernimmt dann nur die Kfz-Sachverständigenkosten in Höhe der prozentuellen Mitverschuldungsquote des eigenen Versicherungsnehmers. Die restlichen Sachverständigenkosten sind dann vom Anspruchssteller (Auftraggeber) an die Abrechnungsstelle für Sachverständige gemäß Werkvertrag zu zahlen.
  • Falls ein Hauptverschulden vorliegt, erfolgt somit eine Haftungsablehnung und die gegnerische Versicherung übernimmt dann keine Sachverständigenkosten. Die vollen Sachverständigenkosten sind dann vom Anspruchssteller (Auftraggeber) an die Abrechnungsstelle für Sachverständige gemäß Werkvertrag zu zahlen.
  • Falls eine Beteiligungsablehnung des Gegners vorliegt, erfolgt somit eine Haftungsablehnung und die gegnerische Versicherung übernimmt dann keine Sachverständigenkosten. Die vollen Sachverständigenkosten sind dann vom Anspruchssteller (Auftraggeber) an die Abrechnungsstelle für Sachverständige gemäß Werkvertrag zu zahlen.
  • Die Abrechnungsstelle für Sachverständige ist nach abgetretenem Recht, der rechtmäßige Inhaber der Rechnung für die Sachverständigenkosten. Nach Rückzahlung der Rechnung an die Abrechnungsstelle für Sachverständige, erhält der Geschädigte eine Zahlungsbestätigung und bei bedarf eine Rückabtretung des Kostenanspruchs zu Herstellung der AktivlegitimationDiese Rückabtretung berechtigt den Geschädigten dann im eigenen Namen juristische Schritte einzuleiten, falls die gegnerische Versicherung fehlerhaft abgerechnet haben sollte.  

Rechtsverstoß durch rechtswidrige Rechnungskürzungen oder -ablehnungen:

  • Nach herrschender Rechtssprechung, sind die Sachverständigenkosten neben den eigentlichen Sachschäden, eine feste Schadenersatzposition der zu erstattenden Gesamtschadenersatzansprüche.
  • Die gegnerische Versicherung versucht nicht selten, trotz klarer Sach- und Rechtslage die Sachverständigenkosten vorsätzlich rechtswidrig (ohne Gesetzesgrundlage) zu kürzen oder abzulehnen, um die Rechtsverfolgungskosten auf Kosten des Geschädigten einzusparen.
  • Falls die gegnerische Versicherung nach ihrer eigenen Rechtsauffassung, willkürlich und ohne die technischen sowie rechtlichen Gegebenheiten zu beachten, die Sachverständigenkosten kürzt oder ablehnt, hat dies einen Vermögensnachteil zur Folge, da der Anspruchssteller (Auftraggeber) die gekürzten oder abgelehnten Sachverständigenkosten an den Kfz-Sachverständigen bzw. an die Abrechnungsstelle für Sachverständige zu zahlen hat.
  • Sie als Geschädigter, müssen dann über einen juristischen Vertreter (Rechtsanwalt), die rechtswidrig gekürzten oder abgelehnten Sachverständigenkosten wegen Rechtsverstoß Klage erheben. Die Sachverständigenkosten gehören zu den mit dem Schaden unmittelbar verbundenen auszugleichenden Vermögensnachteilen, soweit die Begutachtung zur Geltendmachung des Schadenersatzanspruches erforderlich und zweckmäßig ist. Bei den gekürzten oder abgelehnten Sachverständigenkosten handelt es sich um notwendige Rechtsverfolgungskosten und damit um Schadensersatzpositionen des Geschädigten.

 

Rechtsanwalts- und Gerichtskosten

 

Haftungskonstellationen und Kfz-Rechtsschutz

  • Die außergerichtlichen Rechtsanwaltskosten hat die gegnerische Versicherung grundsätzlich zu tragen, sofern von Ihnen keine Verschuldung (eine eindeutige Haftung) ausgeht. 
  • Falls ein Mitverschulden vorliegt, erfolgt eine Haftungsquotelung und die gegnerische Versicherung übernimmt dann nur die Rechtsanwaltskosten in Höhe der prozentuellen Mitverschuldungsquote des eigenen Versicherungsnehmers. Die restlichen Rechtsanwaltskosten sind dann vom Anspruchsteller (Mandanten) an den Rechtsanwalt zu zahlen, sofern keine greifende Kfz-Rechtsschutz existiert.
  • Falls ein Hauptverschulden vorliegt, erfolgt somit eine Haftungsablehnung und die gegnerische Versicherung übernimmt dann keine Rechtsanwaltskosten. Die vollen Rechtsanwaltskosten sind dann vom Anspruchsteller (Mandanten) an den Rechtsanwalt zu zahlen, sofern keine greifende Kfz-Rechtsschutz existiert.

Prozessverfahren und Kfz-Rechtsschutz

  • Falls rechtswidrige Kürzungen und/oder Ablehnungen (Sachverständigenkosten und/oder -gutachten), Verschuldungsvorwürfe (Mit- oder Hauptverschulden) oder Beteiligungsablehnungen vorliegen, ist es in Ihrem eigenen Interesse eine bereits laufende Kfz-Rechtsschutz zu haben, der die Rechtsanwalts- und Gerichtskosten im Fall eines notwendigen Prozessverfahrens trägt. Falls keine Kfz-Rechtsschutz existiert und ein geringfügiges Einkommen oder einkommensloses Verhältnis vorliegt, bietet der Staat beim örtlichen Amtsgericht eine Rechtsberatungs- und Prozesskostenhilfe an.